F1 2011 Test – And noone KERS about the weather

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Bereits seit Jahren haben wir bei vielen Spieleserien den Eindruck, lediglich Updates statt eines umfassenden Komplettpakets geboten zu bekommen. Das schmälert zwar nicht unbedingt die Qualität der Produkte. Manchmal denkt man aber doch ein bisschen mehr hätte es schon sein können. Auch Codemasters bringt seine F1-Rennspielreihe nun im jährlichen Turnus auf den Markt. Reicht die Zeit, um mehr in F1 2011 zu implementieren, als die aktuellen Regeländerungen?

Ein Formel-1-Rennspiel mit offizieller Lizenz muss natürlich in allen wichtigen Bereichen up to date sein. Fans verlangen nicht nur die Originalstrecken und Fahrer, das Reglement soll unbedingt den Bestimmungen folgen, die man auch aus dem Fernsehen kennt. Aus diesem Grund fanden nicht allein zwei neuen Strecken (Grand Prix von Indien mit dem Buddh International Circuit und der Nürburgring in Deutschland) den Weg ins Spiel, sondern auch wichtige technische Neuerungen wie KERS, DRS sowie die neue Pirelli-Bereifung. Warum aber sind sie so bedeutend und was verbirgt sich eigentlich hinter diesen Kürzeln?

KERS ist sozusagen die neue Allzweckwaffe, eine Art strategischer Turboknopf. Im Grunde handelt es sich um einen zusätzlichen Elektromotor, der die Bremskräfte speichert und so umwandelt, dass jedem Fahrer für 6,67 Sekunden pro Runde 80 Extra-PS zur Verfügung stehen. Ob man den Leistungsschub nutzt, um besser aus Kurven heraus zu beschleunigen oder auf Geraden noch ein Stück schneller zu sein, ist Geschmackssache. Anders sieht das beim DRS (Drag Reduction System) aus. Es erlaubt den Piloten in gewissen Situationen, die Heckflügel ihrer Boliden bei Abständen unter einer Sekunde flachzustellen und so bei Überholmanövern aufgrund des verringerten Luftwiderstands eine bis zu 15 km/h höhere Höchstgeschwindigkeit zu erreichen. Da dies unter Umständen negative Auswirkungen auf die Stabilität der Fahrzeuge haben kann, gibt es einige Einschränkungen hinsichtlich der Nutzung: Im berüchtigten Tunnel von Monaco oder bei Regenrennen ist der Einsatz etwa untersagt.


Ihr dürft diese neuen (bzw. wiedereingeführten) Technologien jedoch nicht als I-Win-Button missverstehen, denn jeder Konkurrent – ob KI oder menschlich – verfügt über die gleichen Voraussetzungen. Die Aufgabenstellung für Fahrer ist damit auf der einen Seite komplexer geworden, andererseits bieten diese Regeländerungen interessante strategische Möglichkeiten, die die Wettkämpfe spannender gestalten. Umstritten ist die Einführung der Pirelli-Reifen, die einem höheren Abrieb unterliegen und somit durchaus in häufigeren Boxenstopps resultieren. Auch für uns als Spieler hat dies Auswirkungen. Wenn ihr tatsächlich Rennen über die volle Distanz fahrt, müsst ihr stärker als zuvor die Reifenfrage in eure taktischen Kalkulationen miteinbeziehen. Wie wichtig die Wahl der richtigen “Gummis” ist, zeigen vor allem Regenrennen: Wer hier nicht rechtzeitig auf die äußeren Umstände reagiert, hat keine Chance, die Wagen halbwegs sicher über die Piste zu bewegen.

Dieser Punkt ist zugleich Ausdruck der hohen Glaubwürdigkeit des Simulationsaspekts: Die physikalischen Effekte sind beeindruckend, gerade wenn es um die Authentizität der Fahrzeugsteuerung geht. Stets habe ich das Gefühl, die Trägheit des Boliden zu spüren, die Auswirkungen meiner Fahrmanöver direkt auf dem Bildschirm zu sehen. Wenn ich einen Abflug hinlege, weiß ich meist sofort, was ich falsch gemacht habe. Zu starke Beschleunigung bei der Kurvenausfahrt etwa, die zum Ausbrechen des Hecks führt. Der immer noch toll inszenierte Regen potenziert solche Verhaltensweisen selbstverständlich und macht das Rasen mit allen ausgeschalteten Fahrhilfen zum fragilen Spiel mit Gaspedal und Bremse. Obendrein rundet der tolle Motorensound das realitätsnahe Rennsport-Feeling ab, sogar das Anstellen des Heckflügels lässt sich so nachvollziehen.

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